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Musik-Programme

Allgemeines

 

Die Bearbeitung von Musik wird durch zahlreiche PC-Programme ermöglicht.

Dabei stellt die Gestaltung nach eigenen Vorstellungen eine wesentliche Bereicherung der eigenen Musik-Ausübung (auch im Hobby-Bereich) dar.

Zuerst muss die Aufgabenstellung klar sein. Das bedeutet z. B. zu wissen, ob man eine Solo-Melodie erstellen und mit Akkorden begleiten oder eine Zweitstimme zu einem vorhandenen Stück mit Begleitung schreiben, Playback für Übungszwecke erstellen will oder was auch immer.

 

Erfreulicherweise ist die Technik heute sehr gut geworden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass fast jedes der heutigen Programme eine Vielzahl an Funktionen und Einstell-Parametern aufweist, die so manchen Anwender allein schon durch den Umfang frustriert. Nicht wenige verlieren so den Mut, sich dann noch eingehender damit zu beschäftigen. Störungen und Handhabungs-Probleme mit der EDV geben so manchem noch den letzten Rest und dann bleibt (natürlich auch aus Zeitmangel zur intensiven Beschäftigung mit Programmen) das Thema bei vielen im Bereich der „frommen Wünsche“.

 

Da nun zwischen diesen Extremen einer „totalen Beherrschung“ und der (selbst gewählten) völligen EDV-„Abstinenz“ (aufgrund von Frustration) ein sehr weites Feld liegt, interessieren wir uns hier wieder für die optimale pragmatische Herangehensweise mit anwendungsbezogener Nutzung der wichtigsten Funktionen. Jeder muss sich fragen, was er erreichen möchte.

 

Die „Hobby-Anwendungen“ sind vielfach abgespeckte Profi-Anwendungen. Durch Verzicht auf Spezialitäten und insbesondere langwierige Spielereien erreicht man eine durchaus noch überschaubare Funktionalität mit realistischer Anwendungs-Möglichkeit  im Hobbybereich.

 

So stehen auf der Wunschliste fortgeschrittener Hobbymusiker folgende Anforderungen:

  •       Abhören von Stücken für Übungszwecke, auch mit wählbaren Teilabschnitten, langsamer, transponiert in die richtige Tonart
  •             Noten schreiben zur Erstellung von Gruppen-Repertoire, z. B. für Chöre, Bands u. a.
  •             Erstellung von Playback des eigenen Repertoires zu Übungszwecken und bei Mangel an bestimmten Instrumenten-Besetzungen, bis hin zu Auftritten mit   wenigen Live-Instrumenten zu einer (komplizierteren) Hintergrund-Begleitung, die in aller Ruhe (und daher anspruchsvoller) erstellt werden kann.

 

Aus diesem Grund bieten wir hier als Orientierungshilfe einen strukturierten Leitfaden an, der ein grundlegendes Verständnis zu den verschiedenen Arten von Programmen mit den Hauptanwendungen vermitteln soll. Dann werden die wichtigsten Funktionen zusammenfassend beschrieben bzw. weiter dorthin verlinkt.

Natürlich ist es völlig unmöglich, die viel zu komplexe Tiefe aller edv-technischen Musikanwendungen hier abzubilden. Vielmehr soll es darum gehen, den Leser in die Lage zu versetzen, nach Klärung seiner individuellen Aufgabenstellung einschätzen zu können, was diese Programme grundsätzlich leisten können (und was nicht).

Für viele Anwendungen muss man ggfs. verschiedene Musikprogramme bzw. Methoden optimal miteinander kombinieren. So könnte man zum Beispiel mit einem Keyboard eine Melodie einspielen (nach Gehör oder aus Vorlagen), dann im Notensatzprogramm bearbeiten, bis ein leserliches Notenbild als akzeptables Zwischenergebnis resultiert. Fortgeschrittene setzen genau passende Begleitungen für die real vorhandenen Mitmusiker aus. Mit Harmonie-Bearbeitungs-Programmen kann man auch Akkorde eingeben und (aus einem reichhaltigen Überangebot an) Stilistiken die Wiedergabe von Begleitungen anwählen. Anschließend wird jeweils eine MIDI-Datei erzeugt und diese ggfs. in einem Sequencer-Programm geöffnet, um zusätzlich Gesangs- oder Instrumentenstimmen aufzunehmen.

Durch sog. „rendern“ wird mit vergleichsweise vertretbarem Aufwand wahlweise eine Wave- oder Mp3-Datei als Stereo-Playback erzeugt. für die eigene Geschmacksrichtung

So entsteht für die Gestaltung eigener musikalischer Projekte eine Art „Werkzeugsammlung“ mit einer Art von individuellem „Baukasten-Prinzip“. Musik praktisch erfolgreich auf die eigenen Belange zuschneiden zu können, ist auch für jeden privaten Anwender und erst recht für Musik-Gruppen sinnvoll und hilfreich.

 

Im Folgenden werden die wesentlichsten Typen von Musikprogrammen (mit eigenen Menüpunkten) jeweils kurz zusammenfassend vorgestellt. Zur Vertiefung gibt es weiterführende Links auf die einschlägigen Internetseiten, in denen weitere Details beschrieben sind.

 

Im Einzelnen gibt es folgende Programm-Anwendungs-Klassen zur Bearbeitung eigener Musik mit PC:

·      Notensatz

·      Harmonie-Bearbeitung

·      Rhythmus

·      Tonstudio auf PC-Basis (Sequencer)

·      Sonstige.

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Mit Musikprogrammen erstellte Musikstücke/Noten können im Normalfall als sog. „Midi-Datei“ abgespeichert werden. Diese kann man über die meisten Keyboards abspielen bzw. in anderen Musik-Programmen weiter verarbeiten. Hierauf wird jedoch an anderer Stelle noch gesondert eingegangen.

Für unerfahrene Anwender sei hier noch empfohlen, bei der Benennung von Dateien und Ordnern beim Aufbau vom Repertoire eine streng logische und selbsterklärende sowie einheitliche Namensvergabe zu verwenden. Wenn man z. B. nach 3 Monaten ein Stück weiter bearbeitet, ist die Erinnerung möglicherweise nicht mehr zuverlässig und man sucht sonst lange oder fängt wieder von vorne an.

Eine gedächtnis-unabhängige Ablage aller Dateien in gut strukturierten Ordnern hilft dabei, in der Vielfalt der eigenen Möglichkeiten später alle Anwendungen sicher wieder zu finden, insbesondere falls die Datenmenge steigt.

Nicht selten ruft man sonst versehentlich veraltete Dateien auf und verliert wertvolle Zeit und Ideen der (wirklich) neuesten Version. Deshalb empfiehlt sich auch die englische Datumsangabe Jahr Monat Tag (entgegen der deutschen normal gewohnten Schreibweise weil es einfach logischer ist und aus großen Datenmengen leicht chronologisch abgelegt wieder gefunden werden kann). Kürzel und Versionsbezeichner für den Bearbeitungsstand und die Art der Anwendung (Leadsheet, Partitur von Arrangement etc.) hinter dem Titel ermöglichen später eine eindeutige Zuordnung.

 

Bei vielen Programmen sind heute sog. PlugIns verfügbar, die als besonderes optionales Zubehör eine sehr gute Klang-Qualität der erzeugten Playbacks ermöglichen.  Die Kosten und die PC-Anforderungen sowie der Speicherplatz dafür sind teilweise schon recht hoch, lohnen aber den Aufwand für Fortgeschrittene. Ein komplettes heimisches Tonstudio ist also nicht mehr bloße Utopie, sondern im Bereich realistischer Möglichkeiten angekommen und ermöglicht mit geringem Aufwand heute vieles, was früher im Hobbybereich unmöglich war.